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Pilgern - Beten mit den Füßen

So ist das Pilgern selbst schon eine Art Gebet: Beten mit den Füßen, Kontaktaufnahme zu Gott.

Bernd Lohse, Pilgerpastor in St. Jacobi schreibt über das Pilgern

 

 

Der evangelischen Theologie und Glaubenspraxis wurde oft eine starke Kopflastigkeit attestiert. Das hat sich deutlich gewandelt, denn mit dem Pilgern ist der Glaube auch für viele evangelische Christen auf die Füße gekommen und hat sich vom Kopf in den ganzen Körper ausgebreitet. Luther nannte das Pilgern, bei aller Kritik an der Pilgerpraxis seiner Zeit, eine „gute geistliche Übung“. Er bemängelte vor allem, dass die Menschen ihr Heil erarbeiten wollen und damit nicht verstünden, dass Gott seine Gnade „unverdient“ schenkt. Viele Menschen erleben heute die gute geistliche Übung, wenn sie sich allein aufmachen auf einen der Jakobswege, einen der vielfältigen Wege in Norddeutschland oder auf den Olavsweg in Norwegen bzw. sich einer Gruppe anschließen. Pilgern wird von vielen als eine umwerfende, verwandelnde Erfahrung erlebt. Nicht selten sprechen Menschen von der „bedeutendsten Reise ihres Lebens“. Beim Gehen kommt auch die Seele in Bewegung, und der Mensch ist nicht nur in Kontakt mit sich selbst, sondern auch mit der Landschaft und der Natur – er beginnt sein Leben zu deuten. Dabei helfen ganz besonders geistliche Texte, Lieder und Gebete.
Viele Bibeltexte sind vom Unterwegssein geprägt, die meisten Psalmen der Bibel sind Pilgerpsalmen. Die Pilgerreise kann zum Gleichnis des Lebensweges werden, und in den Gesprächen unterwegs geht es oft um sehr Elementares. Ein Segen. So ist das Pilgern selbst schon eine Art Gebet: Beten mit den Füßen, Kontaktaufnahme zu Gott. In Hamburg gibt es das „Pilgerzentrum im Norden St. Jacobi“, das Kompetenzzentrum zum Pilgern. Gemeinsam mit meinem Team berate ich gerne die Menschen, die aufbrechen wollen. Wir organisieren kurze und längere Pilgerwanderungen und stellen Pilgerpässe aus. Auf der Website www.pilgern-im-norden.de finden Interessierte eine Übersicht über die Angebote der Pilgerarbeit im Bereich der Nordkirche, die in den vergangenen Jahren immer mehr zur „Pilgerkirche“ geworden ist. Man kann auch einfach in der Hauptkirche St. Jacobi vorbeischauen: Die Pilgerkapelle steht jeden Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag für  Besuchende offen. Anfragen per
E-Mail an: . Telefon: 30 37 37 13. Bernd Lohse Pilgerpastor in St. Jacobi

Pilgern im Stadtpark

„Der Stadtpark ist ein Garten nicht nur zum Durchwandern, sondern zum Inbesitznehmen“, so Pastorin Melanie Kirschstein. Aus diesem Grund bieten die umliegenden evangelischen Kirchengemeinden als ihren Beitrag zum 100. Stadtpark-Jubiläum ein Pilgerheftchen an mit dem Titel „Rauswege“. Dieses lädt dazu ein, auf dem 5,7 km langen Rundweg mit 22 Stationen durch den Stadtpark Ruhe und innere Einkehr zu finden. Die Broschüre gibt es kostenlos (solange der Vorrat reicht) bei den Stadtparkgemeinden, im Pilgerbüro in der Hauptkirche St. Jacobi, im Cafe Trinkhalle und beim Stadtparkverein.
Pastor Bernd Lohse auf Island

Pilgern um die Alster

Die Pilgerwanderung „Schweigend um die Alster“ startet an jedem zweiten Freitag im Monat (8. Juni und 13. Juli) am Pilgerwegweiser der Hauptkirche St. Jacobi mit einem geistlichen Impuls. Auf dem ersten Wegstück kann geredet werden, aber mit Erreichen der Außenalster geht die Gruppe ins Schweigen. Nach der Hälfte der Wegstrecke (Krugkoppelbrücke) wird der geistliche Impuls wiederholt, bevor die Gruppe sich nach einer kleinen WC-Pause schweigend auf den Rückweg macht. Im Bereich des „Atlantik-Hotels“ endet die Wanderung nach etwa zweieinhalb Stunden mit einem kurzen Impuls, Gebet und Segen für den Heimweg. Einige bleiben dann zum Gespräch zusammen und suchen sich in der Nähe ein Lokal.

 

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