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Perspektiven der Gemeindeentwicklung

Der gesellschaftliche Wandel stellt bewährte Institutionen wie Parteien, Gewerkschaften oder Kirchen  vor große Herausforderungen. Diese Entwicklung geht auch an unserer Gemeinde nicht vorbei. Wir sind herausgefordert, uns weiterzuentwickeln und neue Zugänge zu den Menschen in unserem Stadtteil zu finden. Dazu brauchen wir Kreativität und Einsatzbereitschaft. Es gibt aber auch Rahmenbedingungen, denen wir uns stellen müssen. Einige davon möchte ich hier nennen:

• Unsere Gemeinde wird kleiner. Vor 15 Jahren, 2006, hatte die Gemeinde Poppenbüttel ca. 10.000 Gemeindeglieder. Aktuell sind es noch rund 7.300. Hauptursachen dafür sind der demographische Wandel und eine stetige Zahl von Kirchenaustritten, die wiederum hauptsächlich mit der  gesellschaftlichen „Großwetterlage“ zu tun haben.

• Wir erwarten deutliche Kürzungen der Kirchensteuerzuweisungen in den nächsten Jahren.
• Die Nordkirche reduziert Pfarrstellen. Es gibt nur noch sehr wenig Nachwuchs für das Pfarramt. Dazu kommt der Rückgang der Mitglieder und damit der Kirchensteuereinnahmen. Aktuell haben wir  in Poppenbüttel 4 Pfarrstellen. In drei Jahren wird eine Pfarrstelle durch Ruhestand wegfallen.  Spätestens im Jahr 2027 dann eine weitere. Das ist eine Halbierung der pastoralen Arbeitskraft innerhalb weniger Jahre.
• Das Engagement der Ehrenamtlichen verändert sich. Es wird immer schwieriger, Menschen für eine längerfristig verantwortliche Mitarbeit zu finden. Die oben beschriebene Entwicklung bedeutet aber auch, dass dem Ehrenamt eine immer größere Bedeutung zukommt.

• Gesetzliche Anforderungen im Arbeitsrecht, im Datenschutz und für den Betrieb von Gebäuden  werden immer umfangreicher. Der diesbezügliche Aufwand  ist erheblich gestiegen. Jetzt ist die Zeit,  die Weichen zu stellen, damit unsere Gemeinde unter diesen Bedingungen fit für die Zukunft bleibt. Natürlich geht es dabei vor allem um unseren inhaltlichen Auftrag, das Evangelium in Wort und Tat  glaubhaft, relevant und zeitgemäß zu verkündigen. Dafür müssen aber strukturelle Maßnahmen ergriffen werden, die dies auch in Zukunft ermöglichen.
• Einheit in Vielfalt: Auch in Zukunft sollen unterschiedliche Glaubensprägungen und inhaltliche
Schwerpunkte ihren Platz haben. Es ist eine Stärke unserer Gemeinde, dass sie ein weites Spektrum
dessen abbildet, was christlichen Glauben heute ausmacht.
• Profilierte Arbeit: Vielfalt bedeutet nicht Beliebigkeit. Die Schwerpunkte „missionarischer Gemeindeaufbau“, „sozialdiakonische Arbeit“ und „gesellschaftspolitische Bildung“ werden konsequent weiterentwickelt.
• Konzentration der Kräfte: Zukünftig wird es nicht mehr an jedem Standort eine „Vollversorgung“ mit
gemeindlichen Angeboten und Aktivitäten geben. Wo dies sinnvoll und möglich ist, werden bestimmte
Arbeitsbereiche zusammengelegt. Als ersten Schritt arbeiten die Standorte Philemon und Simon-
Petrus in Bereichen wie Konfirmandenarbeit und Gottesdienst enger zusammen.
• Reduktion bzw. Umnutzung von Gebäuden: Da unsere Gebäude einen zu großen Kosten- und Arbeitsaufwand erfordern, wird genau geprüft, welche Räume für das Gemeindeleben wirklich nötig und wo Veränderungen sinnvoll sind. Dies betrifft mittelfristig z. B. das Pastorat der Marktkirche und das Gemeindehaus der Simon-Petrus-Kirche. Das „Haus mit Sozialbindung“ neben Philemon ist ein Beispiel für zukunftsorientierte Gebäudeplanung.

• Stärken ausbauen: Wir werden nicht nach dem „Rasenmäher-Prinzip“ einfach überall etwas weniger
machen. Stattdessen werden wir uns von manchen Dingen verabschieden müssen, während wir in
bestimmte Arbeitsbereiche gezielt investieren, wie z. B. in die Kinder- und Jugendarbeit.

All das ist eine Weg, der begonnen hat. Viele Fragen sind noch offen und viele Entscheidungen noch nicht gefallen. Wir werden Sie informieren und in angemessener Weise beteiligen. Die Kirchengemeinde Poppenbüttel ist eine sehr lebendige Gemeinde und wird dies auch in Zukunft sein. Veränderung und Beweglichkleit gehören dazu. Strukturen müssen sich wandeln, damit Inhalte lebendig bleiben.
Pastor Peer Lichtenberg

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