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Johann Sebastian Bach, Matthäus-Passion, VVK ab 18. März bei Schreibwaren BLAU
Sonntag, 14. April 2019, 18:00 - 21:30

Solisten: Takako Kamada - Sopran; Julia Bernhart - Alt;
Dustin Drosdziok - Tenor (Evangelist); Martin Kötterle - Tenor;
Patrick Scharnewski - Bass; Janno Scheller - Bass.
Junge Philharmonie Poppenbüttel
Kantorei Poppenbüttel
Leitung: Michael Kriener

bach matt

1727 führte Bach seine Matthäus-Passion zum ersten Mal auf. Die Reinschrift, die er 1736 von der  Matthäus-Passion anfertigte, gilt als sein schönstes und sorgfältigstes Autograph. Diese Tatsache  belegt, welche große Bedeutung er selbst dem Werk beimaß. Bei seinem Amtsantritt 1723 in Leipzig  hatte sich Bach verpflichten müssen, seine Musik so zu gestalten, dass sie „nicht zu lang währen  und nicht opernhaftig herauskommen“ dürfe. Dieser Erwartungshaltung stehen die Dimensionen der  Matthäus-Passion in eklatanter Weise mit ihrer Länge und dem großen Aufführungsapparat entgegen. Vermutlich ist darin der Grund zu finden, dass sie von den Zeitgenossen ignoriert und von  den Nachfolgern vergessen wurde. Reaktionen vonseiten seiner Kirchengemeinde, der Stadt Leipzig der Musikliebhabern sind nicht überliefert worden. „Ein wichtiges und glückliches Ereignis  steht der musikalischen Welt nahe bevor.“ So wurde in der Berliner Allgemeinen Musikalischen  Zeitung 1829 die legendäre Wiederaufführung durch Felix Mendelssohn-Bartholdy angekündigt.  Durch sie wurde die Bach-Renaissance im 19. Jahrhundert eingeleitet. Heutzutage ist Bach als einer der größten Komponisten im allgemeinen Bewusstsein fest verankert. Heute, 190 Jahre nach der Berliner  Wiederaufführung, denken wir bei der Matthäus-Passion vornehmlich an ein bedeutendes  Kunstwerk. Aus ihrem ursprünglichen, gottesdienstlichen Zusammenhang ist sie herausgelöst. Auch  nichtchristliche Zuhörer werden durch die Klanggewalt der Chöre, die Schönheit der Arien und die  Eindringlichkeit der Choräle ergriffen. Bach allerdings komponierte seine Passionsmusik für den  Vespergottesdienst am Karfreitag, um die dort verkündete Botschaft durch die Mittel der Kunst noch  eindringlicher wirken zu lassen. Wir stellen unsere Aufführung bewusst an den Anfang der Karwoche. Unser Anliegen ist es, den Zusammenhang herzustellen mit den Gottesdiensten und Andachten, in denen wir das Leiden und Sterben Jesu nachvollziehen und dessen Bedeutung für unser Leben  bedenken.

Michael Kriener

Ort:
Marktkirche
Poppenbüttler Markt 2
22399 Hamburg
040 / 602 20 76