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DANKE

Wie oft am Tag sagen wir dieses Wort, wie oft empfinden wir am Tag Dankbarkeit? Das wird sehr mit unserer Grundeinstellung dem Leben gegenüber zu tun haben,

mit dem, was wir gerade konkret  erleben oder durchleben und mit dem, worauf wir achten. Wir können unseren Blick auf das richten, was wir haben, oder auf das, was uns fehlt. Und das wird unsere Stimmung beeinflussen.


Vielleicht merken wir das besonders in so schwierigen Zeiten wie jetzt. Die Pandemie hat unser aller Leben verändert. Selbst diejenigen, die weder von Krankheit noch von finanziellen Nöten noch von besonderer Einsamkeit betroffen sind, erleben eine untergründige Verunsicherung, die sich bei vielen in Erschöpfung zeigt, die oberflächlich gesehen gar keinen Grund hat. Wer ohnehin seinen Blick auf das richtet, was schwierig ist, wird diese Zeit als besonders belastend erfahren. Mir selber helfen da bestimmte Thementage, wieder auf andere Gedanken zu kommen. Es gibt ja irgendwie inzwischen für alle Themen einen Tag: Tag des Kaffees, Tag der Schlammpackung, Weltbummeltag. Ein wichtiger Thementag ist für mich das Erntedankfest. Tag des Dankens. Ja, es stimmt schon, ich denke dabei nicht unbedingt an die Ernte von Pflanzen – das wären bei mir nur ein paar Küchenkräuter auf dem Balkon – ich denke viel mehr daran, was mir im letzten Jahr „zugewachsen“ ist. Das können für uns ganz verschiedene Sachen sein. Vielleicht hat sich eine Freundschaft vertieft, oder es sind neue Kontakte entstanden. Sie haben Hilfe in dieser Zeit erfahren, mit der Sie gar nicht rechnen konnten. Vielleicht hat Ihnen jemand einen Arzt empfohlen, bei dem Sie sich jetzt gut aufgehoben fühlen, und eine Krankheit konnte richtig behandelt werden. Vielleicht hat sich eine neue Aufgabe aufgetan oder ein Hobby macht viel Freude – usw. Vieles wächst uns zu, was wir selbergar nicht machen können, was sich ereignet ohne unser Zutun.Wenn ich auf dieses Jahr zurücksehe, empfinde ich oft Dankbarkeit dafür, dass wir in diesem reichen Land leben mit einer guten Gesundheitsversorgung, mit Politikern, die die Medizinwissenschaftler ernst nehmen. Ich weiß, dass trotzdem nicht alles gut ist. Aber wir leben in einem relativ guten und sicheren Rahmen. Ich bin dankbar für die Entschleunigung der letzten Monate, für die Achtsamkeit und Hilfsbereitschaft, die ich bei vielen erlebt habe. Am Erntedankfest denke ich an die Dinge, die mir zugewachsen sind, die mir geschenkt wurden in diesem Jahr. Und ich denke an Gott, aus dessen Hand ich all das dankbar entgegennehme. Dabei muss ich das Schmerzhafte, Nicht-Gelungene des Jahres nicht ausblenden. Aber im Blick darauf, was Gott alles schenkt, fällt mir das Vertrauen leichter, dass Er uns auch die Kraft gibt, das Schwere zu bewältigen. Dafür bin ich dankbar!
Pastorin Barbara Hanzig

Predigten und Texte zum Nachlesen oder Nachhören

Hier finden Sie Predigten aus unseren Kirchen und Texte aus „Auf ein Wort”, die Sie in Ruhe nachlesen können.

Die Predigttexte sind allein schriftliche Hilfen für die lebendig – also mündlich predigenden PastorInnen: Es gilt das gesprochene Wort. Diese Unterlagen sollen für die Predigthörer Stichworte zur Erinnerung liefern. Ausschnitte dürfen also nicht als Predigtzitate genutzt werden, weil die Predigt möglicherweise in einzelnen Bereichen anders gehalten wurde.